{"id":94,"date":"2022-09-11T12:32:00","date_gmt":"2022-09-11T12:32:00","guid":{"rendered":"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/?p=94"},"modified":"2022-09-14T12:32:37","modified_gmt":"2022-09-14T12:32:37","slug":"tag-13-ares","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/2022\/09\/11\/tag-13-ares\/","title":{"rendered":"Tag 13: Ares"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/img_4800-1024x768.jpg\" class=\"wp-image-93\" srcset=\"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/img_4800-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/img_4800-300x225.jpg 300w, https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/img_4800-768x576.jpg 768w, https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/img_4800-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/img_4800-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p>verwache um f\u00fcnf uhr morgens mit meinem wecker und die schnarchsymfonie h\u00e4lt noch immer ununterbrochen an. doug scheint schon wach zu sein, tippt auf seinem handy rum. stehe auf und packe zusammen. der erste! unglaublich!! was f\u00fcr ein gef\u00fchl. ich kleiner fr\u00fchsaufsteher. was f\u00fcr schlafnasen. im halbschlaf treffe ich im flur auf den alten tony. er geht auch gleich los. wir waten durch die weizenfelder in der halbdunkelheit. der pr\u00e4chtige vollmond leuchtet uns den weg und so scheint es \u00fcberfl\u00fcssig, mit der stirnlampe den weg auszuleuchten. eine herrliche ruhe. ein einfacher und breiter kiesweg zieht sich durch winzige d\u00f6rfer. erneut eine wahnsinnige morgenstimmung. beim ersten cafe treffe ich auf borja, welcher gen\u00fcsslich am fr\u00fchst\u00fccken ist. laufe aber weiter und will das n\u00e4chste dorf erreichen bevor ich die erste grosse pause mache. der weg zieht sich an einem fluss entlang nach villafranca montes de oca. irgendwie heissen hier alle ortschaften was mit villa am anfang. und dann! treffe auf victor und die beiden jungs von gestern, welche gerade aufgestanden sind und neben der kirche auf der einzigen sattgr\u00fcnen wiese weit und breit geschlafen haben. wir tauschen uns kurz aus und sie fragen mich ob der supermarkt schon offen habe, denn er sollte angeblich ge\u00f6ffnet sein. keine ahnung. hab aber auch einen riesen kohldampf am start. wenns hier nichts gibt bin ich aufgeschmiessen. nach san juan de ortega w\u00e4ren es \u00fcber drei stunden durch den dichten wald. ich laufe den steilen pflasterweg zum oberen teil des dorfes. vor mir ein pr\u00e4chtiges hotel. vielleicht haben die ja fr\u00fchst\u00fcck und ich kann mich hineinschleichen. ich laufe in den innenhof und weiter rein ins geb\u00e4ude. vor mir eine luftig hohe lobby im kolonialstil. pflanzen schm\u00fccken den innenbereich und ich laufe weiter den gang entlang um einen weiteren eingang zu finden. neben mir haufenweise gep\u00e4ck f\u00fcr die heutigen turigrinos. endlich komme ich in einen raum mit fr\u00fchst\u00fccksbuffet. ein einziges p\u00e4rchen sitzt an einem tisch inmitten von leeren tischen. hier einfach einpacken? ich \u00fcberlege kurz. logo. keine frage. ziehe gerade meinen rucksack ab als ein mann mit weissem kittel reinkommt. wohl der kellner dieses netten lokals. buffet kostet 15 euro. menno. ist also nicht inklusive f\u00fcr die g\u00e4ste hier. ich laufe alles zur\u00fcck und der kellner f\u00fchrt mich in die bereits ge\u00f6ffnete bar. er kann kaum spanisch. an der bar? ein alter bekannter aus barcelona. ist immer mit dem mexikaner unterwegs. immer. sehe die immer nur zu zweit, wie ein altes p\u00e4rchen. wir gr\u00fcssen uns kurz w\u00e4hrend ich meine ration fr\u00fchst\u00fcck zusammenbestelle. ein bocadillo f\u00fcr auf den weg werde ich wohl noch brauchen m\u00fcssen. draussen setze ich mich zum mexikaner und dem mann aus barcelona und ich versuche ihrem schnellen spanisch zu folgen, was ganz gut klappt. der mexikaner sieht aus wie ein gesponserter hochalpinist von north face, tr\u00e4gt er doch immer nur sachen wo das north face logo \u00fcberdimensioniert zu sehen ist. mit seinem kopftuch und der gletscherbrille sieht er so aus als ob es gleich auf den h\u00f6chsten 8000er im<\/p>\n\n\n\n<p>himalaya zugeht. voller elan brechen sie auf, ich gehe rein um ein bocadillo zu bestellen. am gleichen ort wo ich den spanier antraf vorhin nun wieder ein bekanntes gesicht! der architekt aus s\u00fcditalien. etwa hier h\u00e4tte ich zuletzt mit ihm gerechnet! was f\u00fcr ein tolles wiedersehen, wir umarmen uns herzlich und obwohl ich gleich aufbrechen wollte, bleibe ich mit ihm kurz in einem dieser kolonialst\u00fchle sitzen und wir quatschen. wir tauschen nummern aus f\u00fcr burgos (vielleicht). laufe weiter hoch den berg. trotz des schattens beisst auch heute die sonne besonders stark. es ist 11 uhr morgens. meine f\u00fcsse? noch ok. es sind eine menge leute unterwegs. peak time um die uhrzeit, egal wo auf dem camino. 10-12 uhr ist peaktime. eine stattliche anzahl leute \u00fcberholt mich im laufe des vormittags. selbst paco und marisa haben nun meinen vorsprung eingeholt! in den oca w\u00e4ldern, wo wir derzeit durchwaten diesen vormittag, sollen fr\u00fcher r\u00e4uber und banditen auf die pilger*innen gelauert haben. ich stelle mir die szenen hier im wald vor und frage mich was diese banditen wohl gestohlen haben vor dreihundert jahren. viel hatten die ja nicht dabei. da es aber keine geldautomaten hatte, frage ich mich, ob die pilgernden zu beginn einer solchen reise eine unmenge an m\u00fcnzen und somit bargeld mitgenommen haben in ihrem beutel. oder ob fr\u00fcher die kirche hier gratis kost und logie offeriert hat und somit kaum m\u00fcnzen notwendig waren. m\u00fcnzen f\u00fcr einen ganzen monat mitzunehmen w\u00e4re g\u00e4nzlich unpraktisch. aber wohl ein guter grund f\u00fcr die r\u00e4uber in diesem dichten wald zu lauern.<\/p>\n\n\n\n<p>der weg wird zum kiesweg und die f\u00fcsse beginnen zu pochen. ich schmeisse mich irgendwann einfach in den schatten. ziehe die schuhe aus und bleibe liegen. dutzende pilger*innen \u00fcberholen mich. das schlimmste an diesem waldst\u00fcck sind die m\u00fccken. beim sitzen kommen sie in scharen und mir bleibt nichts anderes \u00fcbrig als schuhe anzuziehen und weiterzulaufen. der wald nimmt nach drei langen stunden endlich sein ende zu und eine grosse lichtung taucht auf. in der ferne sehe ich ein klosterartiges geb\u00e4ude. es muss san juan de ortega sein! na endlich. und in der tat ist es ortega. mein m\u00f6gliches etappenziel f\u00fcr heute. es gibt nur ein kloster (60 betten) und eine kleine bar mit 14 betten. vor dem kloster reihen sich die rucks\u00e4cke. heute ins kloster? erst mal zuwarten. hole mir eine limonade im kiosk und treffe auf den franzosen von der dreier gruppe von victor. wir teilen uns etwas drehtabak und eine gen\u00fcssliche zigarette im schatten der mittagshitze. neben uns ein koreanisches p\u00e4rchen. francesco und donovan stossen dazu. und g\u00f6nnen sich eine pizza! francesco meinte eigentlich, er w\u00fcrde keine pizza auf dem camino probieren, die kann hier in spanien nur schlecht sein! allemal recht, ich denke zur\u00fcck an meinen verbrannten kuchen der sich pizza nannte. die sieht aber allemal napolitanisch aus. ich bleibe bei meinem bocadillo vom kolonial-bonzen-hotel von vorhin. donovan und francesco gehen weiter runter nach ares, das n\u00e4chste dorf weiter unten im tal. w\u00fcrde eigentlich gerne campen. bleibe mit ryan, dem franzosen, noch kurz sitzen, irgendwann wechseln wir r\u00fcber zu den anderen beiden jungs in den schatten gleich vor dem kloster. der dritte ist belgier. victor ist aus paris. ein dicker joint ist im anflug und sei quasi ihr bocadillo, meinte ryan. ich teile ein paar atemz\u00fcge mit den netten herren, bevor ryan weiter ins tal l\u00e4uft. etwas vorsprung von den jungs, meinte er, sein fuss schmerzt von den 40km von gestern. 40! davon kann ich nur tr\u00e4umen. irgendwann laufe auch ich weiter ins tal und wandere gut gelaunt und fr\u00f6hlich munter weiter durch ein waldst\u00fcck. nachmittags zu laufen hat tats\u00e4chlich seinen besonderen zauber. das erste mal seit beginn der reise probiere ich nun also dies. mein wanderf\u00fchrer hatte das gef\u00fchl des camino am nachmittag als besonders speziell beschrieben, da quasi keine leute dann untwegs seien. und in der tat ist niemand unterwegs. erblicke ryan irgendwann in der weite. kommt aus der bretagne. wir erreichen nach einer stunde ares. irgendwo hier m\u00fcsste die gruppe sein. zelt oder nicht? stelle mir die frage nochmals. laufe an einer gedeckten terrasse vorbei und in der tat pfeift mich die ganze gruppe der hermanos r\u00fcber! ryan l\u00e4uft weiter ins n\u00e4chste dorf und wir verabschieden uns. man weiss auf dem camino ja nie, ob man sich nochmals wiedersehen w\u00fcrde. sehr sympatischer kerl, w\u00fcrde ihn auf jeden fall sehr gerne wiedersehen.<\/p>\n\n\n\n<p>auf der terrasse meint dann donovan, dass borja noch ein freies bett reserviert hat f\u00fcr seinen bruder. dieser ging aber schon nach hause. zur\u00fcck nach bilbao. bett ist also f\u00fcr mich extra reserviert geblieben. erz\u00e4hle von meinen campingpl\u00e4nen aber die gruppe schaut mich absichtlich so traurig an, das ich das angebot nicht ablehnen kann! nehme also das bett im gemeinsamen zimmer. wir dinnieren zusammen in einem lokal gleich hier im dorf. mir f\u00e4llt auf dass in spanien die meisten leute drinnen essen. paco meint, man mache dies, da die temperatur konstanter sei. man pr\u00e4feriert somit die tische im inneren, auch wenn gutes wetter herrsche. in der schweiz w\u00e4re es umgekehrt. draussen hat vorrang wenn m\u00f6glich. vielleicht weil wir weniger sonne haben?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>verwache um f\u00fcnf uhr morgens mit meinem wecker und die schnarchsymfonie h\u00e4lt noch immer ununterbrochen an. doug scheint schon wach zu sein, tippt auf seinem handy rum. stehe auf und packe zusammen. der erste! unglaublich!! was f\u00fcr ein gef\u00fchl. ich kleiner fr\u00fchsaufsteher. was f\u00fcr schlafnasen. im halbschlaf treffe ich im flur auf den alten tony. 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