{"id":194,"date":"2022-09-27T15:31:00","date_gmt":"2022-09-27T15:31:00","guid":{"rendered":"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/?p=194"},"modified":"2022-10-04T20:46:36","modified_gmt":"2022-10-04T20:46:36","slug":"tag-29-triacastela","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/2022\/09\/27\/tag-29-triacastela\/","title":{"rendered":"Tag 29: Triacastela"},"content":{"rendered":"\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"756\" src=\"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5159-2-1024x756.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-184\" srcset=\"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5159-2-1024x756.jpg 1024w, https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5159-2-300x221.jpg 300w, https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5159-2-768x567.jpg 768w, https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5159-2-1536x1133.jpg 1536w, https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5159-2.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">picknickstimmung an der warmen herbstsonne kurz vor dem abendessen in triacastela. von links nach rechts: eine colombiana, francesco, svetlana (russin nr. 1), adelina (russin nr. 2), martin, franz.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>da heute regen angesagt war blieb ich einfach liegen im bett bis acht uhr und ich der letzte im zimmer war. eine \u00e4ltere franzosin, die ihr bett neben mir hatte, nahm ihre matratze \u00fcber nacht raus und legte sich in den gang. wegen den schnarchnasen. paco war wieder laut am sagen! ich ging in der nacht pinkeln und die franzosin lag im gang und haute mir irgendwelche s\u00e4tze auf franz\u00f6sisch an den kopf. sehe ich im dunkeln aus wie ein franzose oder was?? wie soll ich die \u00e4ltere dame denn bittesch\u00f6n verstehen. die sprachliche arroganz unseres nachbarvolkes geht mit langsam aber sicher wieder auf den wecker.<\/p>\n\n\n\n<p>draussen regnet es. bin ich froh hab ich nicht das zelt genommen. es ist dunkel und neblig und es regnet. keine lust zum laufen. setze mich also in dorf in die erste bar die voller pilgernde ist. sheen sitzt wieder alleine am tisch aber ich lasse ihn diesmal alleine. martin setzt sich zu mir. ich lache innerlich \u00fcber die amerikanerinnen die hier in o cebreiro auf 1400 meter \u00fcber meer ihren vollen fr\u00fchst\u00fccksteller haben wollen. caf\u00e9 con leche. gebratener speck. spiegelei. tortilla. und was auch immer noch. als w\u00e4re es die letzte mahlzeit vor 300 kilometern w\u00fcste. sie bestellen ihr fr\u00fchst\u00fcck dann auf englisch und m\u00fcssen eine ewigkeit rumdiskutieren bis sie kriegen was sie wollen. und dann total erschrecken dass sie mit ihrer kreditkarte nicht zahlen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p>laufe dann los in den regen. untedessen ist es hell. weiss nicht mehr viel was passiert war. kein vergn\u00fcgen. martin holt mich irgendwann ein. wir gesellen uns nach ein paar stunden in eine bar auf dem alto di poio. der regen h\u00f6rt allm\u00e4hlich auf. nach den kaffee bleiben wir aber noch immer sitzen und es erscheint \u2014 franz aus bayern!! er setzt sich zu uns. joe, die holl\u00e4nderin, und kerem kommen wenig sp\u00e4ter nach. sheen auch. wir haben eine grosse vormittagsrunde. als alle weitergehen sitzen martin, franz und ich noch immer hier. und wir hauen den spanier an, er m\u00f6ge uns doch bitte einen chupito auf den tisch stellen, ein kleines schn\u00e4pschen. der mann scheint sichtlich freude an der idee zu haben und schenkt uns einen tropfen ein, der nicht leicht zu schlucken ist! starkes zeigs. voller feuer wollen wir aufbrechen da kommt emilio abgetrabt! der italiener setzt seinen gaskocher auf den tisch und kocht uns einen weiteren kaffee. hab heute morgen schon so viel kaffee getrunken aber schlafe immer noch ein. wir wollen und wollen heute einfach nicht weitergehen bei diesem traurigen wetter.<\/p>\n\n\n\n<p>mit kerem laufe ich dann aber endlich weiter. so eine stunde vielleicht. dann verlieren wir uns. der nebel ist unterdessen zur\u00fcckgetreten und eine herrliche aussicht bis weit hinunter ins tal macht sich breit.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"768\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5148-768x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-182\" srcset=\"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5148-768x1024.jpg 768w, https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5148-225x300.jpg 225w, https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5148-1152x1536.jpg 1152w, https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5148-1536x2048.jpg 1536w, https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5148-scaled.jpg 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">kurz nach dem abmarsch mit kerem nach dem alto di poio<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>es w\u00e4re nicht mehr weit. w\u00fcrde aber gerne mal ankommen. mache halt und treffe auf franz und die beiden russinnen. trinke dann aber alleine meinen kaffee in der sonne und kriege ein \u00e4ussest nettes kompliment f\u00fcr mein spanisch von der dame hinter dem tresen.<\/p>\n\n\n\n<p>beim finalen abstieg nach triacastela treffe ich auf die franzosin von gestern nacht bzw. heute morgen. sie tr\u00e4gt eine rote hornbrille und ist wohl \u00fcber 60. laurine. wir quatschen und sie kann sogar etwas englisch. aber wir reden praktisch nur auf franz\u00f6sisch. sympatisch irgendwie. aber bin m\u00fcde vom vielen wandern und hab dann die schnauze voll vom gespr\u00e4ch und drossle mein tempo und wir trennen uns auf dem kiesweg runter ins tal.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5151-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-193\" srcset=\"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5151-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5151-300x225.jpg 300w, https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5151-768x576.jpg 768w, https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5151-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/img_5151-2048x1536.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">endlich eine aussicht nach dem langen nebel am morgen beim abstieg nach triacastela<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>triacastela besteht dann eigentlich nur aus einer einzigen strasse. in der zweiten bar treffe ich auf kerem \u2014 und amadeo! den s\u00fcditaliener. amadeo sehe ich immer nur alleine oder zu zweit mit einer h\u00fcbschen jungen dame. er w\u00e4re ein sympatischer kerl und hab seine nummer auch und wir haben paar mal hin und hergeschrieben aber er hat wohl nur die h\u00fcbschen m\u00e4dchen im kopf und so sind wir uns nicht mehr gross begegnet und konnten in die tiefe gehen. die beiden bleiben in der alberge municipal.<\/p>\n\n\n\n<p>laufe runter und will mir die herberge ansehen die laut meinem f\u00fchrer einen garten hat. der eingang sieht bonzig aus! verglichen mit den restlichen h\u00e4usern hier wirkt das ganze wie ein luxushotel. der fotograf mit den wanderschuhen ist auch hier. aber zelten ist verboten ohne zeltlizenz in galizien. dann laufe ich eben zur municipal, wieder vorbei an kerem und amadeo und weiter zur herberge runter \u00fcber ein grosses weites feld. hier im eingangsbereich: niemand! warte also eine halbe stunde. kerem und amadeo trudeln ein. und martin! noch immer niemand hier. pl\u00f6tzlich taucht eine dame auf. sie sei hier zust\u00e4ndig und will unsere credencials sehen. ich frage wegen dem zelt. die dame sagt mir, es sei offiziell verboten, aber sie gehe um 22 uhr von hier und was danach gesch\u00e4he, w\u00fcrde sie nicht sehen. wir verstehen uns. ich platziere meinen rucksack unter dem schattigen und gedeckten vordach unten am hang der herberge. hole mir was zu knabbern im supermarkt. rosa und alex und die hermanos sind schon beim obligaten trinken angelangt aber ich muss heute passen. jeden nachmittag die gleiche leier. laufe zur\u00fcck zur herberge. w\u00e4sche machen. aber keine sonne mehr. zu sp\u00e4t schon. wird nicht trocknen. heute nacht ist regen angesagt. morgen wirds regnen. ich liege auf die wiese oberhalb der herberge und geniesse also die letzten sonnenstrahlen f\u00fcr die n\u00e4chsten paar tage. adelina und svetlana, die beiden russinnen, kommen angelaufen und setzen sich mit picknickdecke zu mir. francesco kommt wenig sp\u00e4ter und sie scheinen hier zum romantischen abendessen abgemacht zu haben. adelina packt die chinesische zwei-liter-sangr\u00eda-plastikflasche aus und schenkt uns volle becher ein. franz und martin setzen sich dazu. wir plaudern und trinken fr\u00f6hlich die sangr\u00eda flasche leer. geht runter wie wasser. zu viel zucker da drin. bevor die sonne ganz verschwindet, beschliessen franz und martin und ich runter ins dorf zu laufen und was richtiges zu abend essen. in diesen kleinen d\u00f6rfern ist es jeweils gar nicht so einfach auszumachen, wo der treffpunkt des dorfes ist. manchmal erwische ich ihn, manchmal aber auch nicht. heute haben wir gl\u00fcck. wir laufen die einzige strasse weiter entlang als pl\u00f6tzlich zwei oder drei restaurants vor uns erscheinen. wir setzen uns drinnen an einen der wenigen freien tische. volle bude. alles pilgernde. zu diesem zeitpunkt w\u00fcrde ich nicht wissen, dass uns in den darauffolgenden tagen eine tiefe freundschaft verbinden w\u00fcrde. nur wenig sp\u00e4ter tauchen die russinnen auf! und setzen sich ebenfalls. das lustige ist, dass die irgendwie immer aus dem nichts zu zweit erscheinen und dann vor uns stehen und uns zul\u00e4cheln \u2014 und zwar genau wenn wir davon reden! adelina und svetlana. eigentlich mag ich sie unterdessen. wohnen in deutschland und k\u00f6nnen daher gut deutsch. nicht \u00f6sterreich wie zu beginn gedacht in hontanas. draussen setzen sich rosa und ale und die hermanos und ein paar neue gesichter an einen tisch. ich hatte den hermanos geschrieben dass ich heute draussen zelten w\u00fcrde mit den beiden russinnen. im gleichen zelt, damit wir w\u00e4rmer h\u00e4tten. paco kr\u00fcmmt sich vor lachen und gibt mir ein riesen grinsen zur\u00fcck als er uns mit den russinnen sieht. das ganze reiben sie mir jetzt sch\u00f6n unter die nase und wir haben einen riesen spass daran!<\/p>\n\n\n\n<p>m\u00f6chte dann zur\u00fcck bevor die herberge schliesst um aufs klo zu gehen! aber hab ja alles draussen unter dem vordach. auf dem heimweg seh ich paco mit alex rumknutschen! paco l\u00e4sterte die tage immer mal wieder wegen angel da er auf frauenjagd sei auf dem camino. aber paco w\u00e4re ja gar nicht so viel anders denke ich auf dem heimweg. konkurrenzdenken vermutlich. hahnenkampf. deshalb mag er angel nicht. ich finde den typen eigentlich ziemlich sympatisch!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>da heute regen angesagt war blieb ich einfach liegen im bett bis acht uhr und ich der letzte im zimmer war. eine \u00e4ltere franzosin, die ihr bett neben mir hatte, nahm ihre matratze \u00fcber nacht raus und legte sich in den gang. wegen den schnarchnasen. paco war wieder laut am sagen! ich ging in der [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-194","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-uncategorized"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/194","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=194"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/194\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":195,"href":"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/194\/revisions\/195"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=194"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=194"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/mnbucher.com\/blog\/2022-camino-de-santiago\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=194"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}